Zum Inhalt springen

EstablishMed

Zahnbehandlung

Zirkon, Vollkeramik, Metallkeramik: Materialien für Zahnersatz im Überblick

Metall, Metallkeramik, Glaskeramik, Zirkonoxid und Kunststoff: was Fachquellen zu Aussehen, Abtrag und Einsatz sagen, mit Vergleichstabelle.

Stand: 6 Min. Lesezeit

Zirkon ist eine Vollkeramik. Vollkeramische Kronen und Brücken enthalten kein Metall, die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) nennt dafür Glaskeramik und Zirkonoxid. Bei Metallkeramik trägt dagegen ein Metallgerüst eine zahnfarbene Keramikschicht. Vollkeramik kommt laut KZBV dem Aussehen eines natürlichen Zahns am nächsten, ist laut der Deutschen Gesellschaft für Prothetische Zahnmedizin (DGPro) aber etwas weniger stabil als Kronen mit Metall. Welches Material passt, legen Sie mit der Praxis fest.

Das Wichtigste in Kürze

  • Zirkonoxid ist eine Keramik: Vollkeramische Kronen und Brücken gibt es laut KZBV aus Glaskeramik und aus Zirkonoxid.
  • Vollkeramik kommt dem natürlichen Zahn laut KZBV optisch am nächsten, ist laut DGPro aber etwas weniger stabil als Kronen mit Metall.
  • Für eine Krone mit Verblendung wird laut DGPro etwas mehr Zahnsubstanz abgetragen als für eine Vollmetallkrone.
  • Bei Zähneknirschen sind Vollkeramikkronen laut KZBV in der Regel nicht geeignet.
  • Lassen Sie sich nach der Behandlung einen Materialpass geben, wie die DGPro rät.

Die Materialien im Vergleich

VollmetallMetallkeramikGlaskeramikZirkonoxid
WorausGold- oder Nichtedelmetall-LegierungMetallgerüst, mit zahnfarbener Keramik verblendetKeramik ohne MetallHochleistungskeramik ohne Metall
Aussehenmetallische Farbezahnfarben, das Metall ist kaum zu erkennenlichtdurchlässig ähnlich einem natürlichen Zahnweißes Gerüst mit Keramikschicht oder ganz aus Zirkonoxid
Wo eingesetztvor allem nicht sichtbare SeitenzähneFront- und Seitenzähneeinschichtige Kronen für SeitenzähneKern von Frontzahnkronen, Kronen und ganze Brücken
Abtrag beim Beschleifenweniger als für andere Kronenetwas mehr, weil die Verblendung Platz brauchtweniger als für Verblendkronen, Mindestdicke der Keramik nötigweniger als für Verblendkronen, Mindestdicke der Keramik nötig
Hinweisesehr hohe ZuverlässigkeitKeramik kann selten abplatzen, Reparatur eingeschränktVollkeramik etwas weniger stabil als Kronen mit Metallgut verträglich und sehr stabil
Bei Zähneknirschenkeine Angabekeine AngabeVollkeramikkronen in der Regel nicht geeignetVollkeramikkronen in der Regel nicht geeignet
Türkische Bezeichnungtam metalmetal-seramiktam seramikzirkonyum
FachquelleDGPro, KZBVDGPro, KZBVDGPro, KZBV, proDenteproDente, KZBV

Die Tabelle stellt nebeneinander, was die Fachquellen beschreiben. Sie bewertet nicht. Die Anweisung der behandelnden Einrichtung und Ihrer Praxis in Deutschland geht vor.

Metall: Gold oder Nichtedelmetall

Vollmetallkronen bestehen laut KZBV meist aus einer Goldlegierung oder einer Nichtedelmetall-Legierung, etwa aus Kobalt und Chrom. Laut DGPro sind sie sehr zuverlässig und für Seitenzähne geeignet. Weil keine Verblendung Platz braucht, wird weniger Zahnsubstanz abgetragen. Goldlegierungen haben laut proDente eine ähnliche Härte wie Zahnschmelz.

Allergien gegen Dentallegierungen sind laut DGPro bekannt, aber relativ selten. Die DGPro rät nicht zu einem routinemäßigen Allergietest, nur bei begründetem Verdacht. Erzählen Sie der Praxis aber, wenn Sie auf Modeschmuck oder Münzen mit Hautproblemen reagieren. Bei einer bekannten Allergie soll ein Material ohne diesen Stoff verwendet werden.

Metallkeramik: Metallgerüst mit Keramik

Bei der Metallkeramik verkleidet eine zahnfarbene Schicht ein Metallgerüst. Laut KZBV wird für Verblendkronen heute ganz überwiegend Metallkeramik verwendet. Eine keramische Verblendung ist laut DGPro sehr gut verträglich. Keramik ist aber spröder als Kunststoff, deshalb kann sie in seltenen Fällen vom Gerüst abplatzen, und eine Reparatur ist dann nur eingeschränkt möglich. Mehr zur Krone in Zahnkrone erklärt.

Vollkeramik: Glaskeramik und Zirkonoxid

Vollkeramikkronen enthalten laut DGPro kein Metall. Sie lassen Licht ähnlich durch wie ein natürlicher Zahn, sind gut gewebeverträglich und verfärben sich kaum. Sie sind aber etwas weniger stabil als Kronen mit Metall und werden in der Regel mit speziellen Zementen befestigt.

Die KZBV beschreibt zwei Wege: Im Frontzahnbereich trägt ein fester Kern, etwa aus Zirkonoxid, eine Keramikschicht. Im Seitenzahnbereich werden einschichtige Kronen aus hochfester Glaskeramik verwendet. Zirkonoxid nennt proDente dagegen gut verträglich und sehr stabil, daraus lassen sich auch ganze Brücken fertigen. Brücken ganz aus Zirkonoxid eignen sich laut KZBV auch für Seitenzähne. Keramik darf laut proDente eine Mindestdicke nicht unterschreiten, das muss beim Beschleifen berücksichtigt werden. Mehr zur Brücke in Zahnbrücke erklärt.

Kunststoff: für Prothesen und Provisorien

Kunststoff dient laut proDente vor allem für Prothesen und Provisorien. Als Verblendung von Kronen und Brücken ist er weicher, nutzt sich schneller ab und kann sich verfärben. Die DGPro hält Kunststoffverblendungen deshalb in vielen Situationen für nicht angezeigt. Mehr in Provisorium: wie lange es hält und worauf Sie achten und Zahnprothese erklärt.

Was die DGPro zur Haltbarkeit schreibt

Die DGPro nennt die Zahnpflege als wichtigsten Einfluss. Wörtlich heißt es in der Patienteninformation zur Einzelkrone (Stand 05/2021): „Bei guter Pflege sind für Metallverblendkronen Tragezeiten von 15 bis 20 Jahren belegt worden.“ Und: „Vollkeramikkronen werden noch nicht so lange eingesetzt wie die metallbasierten Kronen. Für bestimmte Vollkeramikkronen liegen gute Erfahrungen über Tragezeiten von mehr als zehn Jahren vor.“ Das sind Angaben der Fachgesellschaft, keine Zusage für den einzelnen Zahn.

Was Sie die Einrichtung fragen

  • Welches Material ist für welchen Zahn geplant, und warum?
  • Ist die Krone verblendet oder aus einem Stück?
  • Wie viel wird dafür beschliffen?
  • Ist eine Sitzung für die Farbe eingeplant? Laut DGPro kann sie bei zahnfarbenen Kronen nötig sein.
  • Steht im Angebot ein Markenname: Zu welcher Materialgruppe gehört er?
  • Bekomme ich einen Materialpass?

Häufige Fragen

Ist Zirkon dasselbe wie Vollkeramik?
Zirkonoxid ist eine Form der Vollkeramik, daneben gibt es Glaskeramik. Die KZBV nennt beide für vollkeramische Kronen. Mehr in Zahnkrone erklärt.

Welches Material bei Zähneknirschen?
Vollkeramikkronen sind laut KZBV bei Zähneknirschen in der Regel nicht geeignet, bei Brücken teilweise. Sagen Sie der Einrichtung vorher, dass Sie knirschen. Hilfe für das Gespräch bietet Fragen vor Zahnersatz.

Was ist ein Materialpass?
Ein Dokument, in dem die eingesetzten Legierungen stehen. Die DGPro rät, ihn aufzubewahren und bei jeder späteren Behandlung vorzulegen, besonders in einer anderen Praxis. Mehr in Nachsorge: Unterlagen für Ihre Praxis.

Titan oder Keramik beim Implantat?
Titan ist laut proDente Standard bei Implantaten, Keramikimplantate können eine Alternative sein. Mehr in Zahnimplantat erklärt.

Wie heißen die Materialien im türkischen Angebot?
Ein türkischer Aufklärungsbogen nennt tam metal, metal-seramik, tam seramik und zirkonyum kron. Fragen Sie nach, wenn ein Posten unklar ist. Mehr in Türkische Zahnbegriffe.

Weiterlesen

Quellen

  • DGZMK und DGPro: Patienteninformation Die Einzelkrone, Stand 05/2021, zahnmedizinische-patienteninformationen.de, abgerufen 31.10.2026.
  • DGZMK und DGPro: Patienteninformation Metalle im Mund, Stand 05/2021, zahnmedizinische-patienteninformationen.de, abgerufen 31.10.2026.
  • KZBV: Kronen und Brücken, Stand 04/2022, kzbv.de, abgerufen 31.10.2026.
  • proDente: Zahnersatz: Welche Materialien gibt es?, 23.04.2024, prodente.de, abgerufen 31.10.2026.
  • Aufklärungsbogen einer türkischen Universitätszahnklinik zu festsitzendem und herausnehmbarem Zahnersatz, Revision 15.04.2022, abgerufen 31.10.2026.

EstablishMed berät nicht. Wir empfehlen keine Behandlung und keine Einrichtung und vermitteln keine Patienten. Über „Anfrage senden“ schreiben Sie der Einrichtung selbst, wir sind am Gespräch nicht beteiligt. Fragen zu Ihrer Behandlung klären Sie mit der Einrichtung und mit Ihrer behandelnden Praxis in Deutschland.