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Zahnbehandlung

Parodontitis vor Implantaten: was vorher behandelt wird

Warum eine Parodontitis vor Implantaten behandelt sein muss, wie lange das in Deutschland dauert und was das für Reise und Nachsorge heißt.

Stand: 5 Min. Lesezeit

Ein Implantat ist auch nach einer Parodontitis möglich, wenn die Entzündung behandelt und unter Kontrolle ist. So beschreibt es die Deutsche Gesellschaft für Implantologie (DGI). Die Deutsche Gesellschaft für Parodontologie (DG PARO) schreibt, dass Zahnfleischentzündung und Parodontitis vor der Implantation fachgerecht behandelt werden müssen. Bei gesetzlich Versicherten erstreckt sich diese Behandlung nach der Richtlinie über Monate. Klären Sie deshalb vor der Reise, wo und wann sie stattfindet. Wann ein Implantat möglich ist, entscheidet die Praxis nach der Untersuchung.

Das Wichtigste in Kürze

  • Laut DGI können auch nach einer Parodontitis Implantate gesetzt werden, wenn die Entzündung behandelt und unter Kontrolle ist.
  • Laut DG PARO müssen Zahnfleischentzündung und Parodontitis vor der Implantation fachgerecht behandelt werden.
  • Bei gesetzlich Versicherten folgt die erste Befundevaluation drei bis sechs Monate nach der Reinigung unter dem Zahnfleisch (antiinfektiöse Therapie); die Nachsorge (UPT) läuft als Kassenleistung zwei Jahre.
  • Wer wegen einer Parodontitis Zähne verloren hat, hat laut DGI in bestimmten Fällen ein erhöhtes Risiko für Entzündungen am Implantat.
  • Entzündungen am Implantat verursachen laut DG PARO meist keine Schmerzen; wichtigstes Warnzeichen ist Zahnfleischbluten.

Warum die Parodontitis zuerst behandelt wird

Zahnbettentzündungen sind laut DGI inzwischen die Hauptursache von Zahnverlust. Vor einer Implantation müssen nach der DGI Entzündungen an Zähnen, Zahnfleisch und Mundschleimhaut behandelt und unter Kontrolle sein.

Die DG PARO erklärt den Grund: Eine Entzündung mit Knochenverlust um das Implantat, die Periimplantitis, wird von denselben Bakterien ausgelöst wie die Parodontitis. Eine unbehandelte Parodontitis wird damit auch zur Gefahr für ein Implantat. Die Periimplantitis ist laut DG PARO die häufigste Ursache für einen Implantatverlust. Als weitere Punkte nennt die DG PARO das Rauchen, einen der wichtigsten Risikofaktoren für Implantatverlust, und einen Diabetes, der behandelt und gut eingestellt sein muss.

Wie die Behandlung in Deutschland abläuft

SchrittWas geschiehtZeit laut Quelle
Befund und AntragBefund mit Röntgen, Antrag bei der Krankenkasse (KZBV)vor Beginn
Hygienephase und ReinigungAnleitung zur Mundpflege, Entfernen der Beläge auch unter dem Zahnfleisch unter örtlicher Betäubung (DG PARO)je nach Ausgangslage mehrere Termine (DG PARO)
Befundevaluationerneute Untersuchung des Zahnfleischsdrei bis sechs Monate nach dieser Behandlung (PAR-Richtlinie)
Chirurgie, falls nötigReinigung tiefer Taschendanach wieder eine Evaluation nach drei bis sechs Monaten (PAR-Richtlinie)
Nachsorge (UPT)Kontrolle und professionelle Reinigungals Kassenleistung zwei Jahre (KZBV); laut DG PARO lebenslang nach Bedarf

Die Monatsangaben stammen aus der Richtlinie, nach der Kassenpatienten behandelt werden. Für die Reiseplanung heißt das: Zwischen dem Beginn der Parodontitisbehandlung und einem Implantat können Monate liegen.

Was das für die Reise heißt

  • Ort klären. Fragen Sie Ihre Praxis und die Einrichtung, ob die Vorbehandlung in Deutschland oder vor Ort stattfindet.
  • Unterlagen mitgeben. Wird in Deutschland behandelt, lassen Sie sich Befund und Aufnahmen für die Einrichtung geben. Wie das geht, steht in Röntgen und DVT vor der Zahnbehandlung im Ausland.
  • Kurz vor dem Eingriff. Eine professionelle Zahnreinigung kurz vor der Implantation kann laut DG PARO das Risiko für Wundinfektionen verringern. Ob und wo sie stattfindet, klären Sie mit der Einrichtung.

Ob statt eines Implantats eine Brücke oder Prothese in Frage kommt, steht in Zahnlücke schließen: Implantat, Brücke oder Prothese?.

Nach dem Implantat: Nachsorge zu Hause

Patienten, die wegen einer Parodontitis Zähne verloren haben, haben laut DGI in bestimmten Fällen ein erhöhtes Risiko, dass sich das Gewebe um Implantate wieder entzündet. Dann spielt laut DGI die engmaschige Nachsorge eine wichtige Rolle. Üblich sind laut DG PARO Kontrollen alle drei bis sechs Monate, bei denen Implantate, Zähne und Zahnfleisch kontrolliert und gereinigt werden.

Eine Entzündung am Implantat bemerken Sie oft nicht. Laut DG PARO ist erhöhte Blutungsneigung des Zahnfleischs das wichtigste Alarmzeichen. In der Einheilphase sind Blutungen am Implantat zunächst normal.

Die Behandlung von Entzündungen an Zahnfleisch und Knochen, die mit Implantaten zusammenhängen, nennt die KZBV unter den Leistungen, die gesetzlich Versicherte privat vereinbaren können. Klären Sie vor der Reise, welche Praxis Sie zu Hause betreut. Mehr in Zahnersatz aus dem Ausland und der Zahnarzt zu Hause.

Fragen an Praxis und Einrichtung

  • Ist meine Parodontitis behandelt und unter Kontrolle?
  • Wo findet die Vorbehandlung statt, und wie lange dauert sie?
  • Welche Unterlagen zur Parodontitisbehandlung braucht die Einrichtung?
  • Wer übernimmt nach dem Implantat die regelmäßige Nachsorge?

Es gilt die Anweisung der behandelnden Einrichtung und Ihrer Praxis in Deutschland.

Weiterlesen

Quellen

  • Deutsche Gesellschaft für Implantologie (DGI): Patientenbroschüre Zahnimplantate, Musterexemplar 2022, Abschnitte Individuelle Strategien, Wie läuft die Behandlung ab, Das sollten Sie über Risikofaktoren wissen, dginet.de, abgerufen 31.10.2026.
  • Deutsche Gesellschaft für Parodontologie (DG PARO): Ratgeber 4 Implantate, Vorbeugung, Pflege, Erhalt, Ausgabe 3/2022, dgparo.de, abgerufen 31.10.2026.
  • Deutsche Gesellschaft für Parodontologie (DG PARO): Ratgeber Parodontitis, Ausgabe 9/2018, Abschnitt Erfolgreich behandeln, dgparo.de, abgerufen 31.10.2026.
  • Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV): Behandlung der Parodontitis, Stand Juli 2025, kzbv.de, abgerufen 31.10.2026.
  • Gemeinsamer Bundesausschuss: Richtlinie zur systematischen Behandlung von Parodontitis (PAR-Richtlinie), zuletzt geändert 19.12.2024, §§ 11 bis 13, veröffentlicht vom GKV-Spitzenverband, gkv-spitzenverband.de, abgerufen 31.10.2026.

EstablishMed berät nicht. Wir empfehlen keine Behandlung und keine Einrichtung und vermitteln keine Patienten. Über „Anfrage senden“ schreiben Sie der Einrichtung selbst, wir sind am Gespräch nicht beteiligt. Fragen zu Ihrer Behandlung klären Sie mit der Einrichtung und mit Ihrer behandelnden Praxis in Deutschland.