Auf seiner Türkei-Seite nennt das Auswärtige Amt keine Reisewarnung für Istanbul (Stand 31.10.2026); es verweist nur auf die Reisewarnungen für Syrien, Iran und Irak. Die Türkei zeichnet sich laut Amt bislang durch vergleichsweise gering ausgeprägte Gewaltkriminalität aus. In Istanbul rät es aber zu Vorsicht vor Taschendieben, Betrug und überhöhten Taxifahrten. Landesweit geht es von einer terroristischen Gefährdung aus, und Istanbul liegt in einer seismisch sehr aktiven Zone. Für Ihre Behandlungsreise heißt das: Dokumente sichern, Wege mit Puffer planen und wissen, wen Sie im Notfall erreichen.
Das Wichtigste in Kürze
- Das Auswärtige Amt nennt für Istanbul keine Reisewarnung; es rät zu Vorsicht vor Taschendieben, Betrug und überhöhten Taxifahrten.
- Bewahren Sie Geld und Ausweise sicher auf, speichern Sie Kopien Ihrer Dokumente und führen Sie stets ein Ausweisdokument mit sich.
- Das Amt geht landesweit von einer terroristischen Gefährdung aus und rät, Demonstrationen und größere Menschenansammlungen zu meiden.
- Istanbul liegt in einer seismisch sehr aktiven Zone; das Amt rät, die Hinweise der Katastrophenschutzbehörde AFAD zu beachten.
- Im Notfall wählen Sie die 112; außerhalb der Dienstzeiten haben die deutschen Vertretungen einen Bereitschaftsdienst für Notfälle Deutscher.
Taschendiebe, Betrug und Übergriffe
Wie in anderen Großstädten ist in Istanbul laut Auswärtigem Amt Vorsicht vor Taschendieben angezeigt. Die Opfer werden dabei vielfach von bettelnden Kindern abgelenkt. Vor allem im Stadtteil Beyoğlu wurden laut Amt vermehrt Betrugsfälle bekannt: Touristen werden unter einem Vorwand in eine Bar eingeladen und anschließend gezwungen, die extrem überhöhte Rechnung mit einer größeren Summe Bargeld vom Geldautomaten zu begleichen. Pässe werden immer wieder gestohlen. Außerdem sind laut Amt Ausländer, insbesondere allein oder in kleinen Gruppen reisende Frauen, vereinzelt von gewaltsamen, auch sexuellen Übergriffen betroffen.
Das Amt rät:
- Geld, Ausweise und Dokumente sicher aufbewahren und elektronische Kopien oder Fotos davon speichern, das erleichtert die Ausstellung eines Ersatzdokuments,
- bargeldlosen Zahlungen den Vorzug geben und nur das Bargeld für den Tag mitnehmen,
- in größeren Menschenmengen wie an Flughäfen, Bahnhöfen und in öffentlichen Verkehrsmitteln besonders aufmerksam sein,
- an einsamen Orten und bei gemeinsamen Unternehmungen mit wenig bekannten Personen vorsichtig sein.
Vor allem im Großraum Istanbul sind laut Amt vermehrt Fälschungen ausländischer Banknoten aufgetaucht, teils auch in Geldautomaten. Wie Sie die Behandlung bezahlen, klären Sie vorher mit der Einrichtung, mehr in Eine Behandlung in der Türkei bezahlen.
Taxi
Grundsätzlich bestimmt bei Taxifahrten das Taxameter den Preis. Besonders in Istanbul können Taxifahrten laut Auswärtigem Amt schnell und ungewollt zu kostspieligen Stadtrundfahrten werden. Das Amt rät, sich vor der Fahrt über den ungefähren Fahrpreis zu informieren und auf das Einschalten des Taxameters zu bestehen. Hotels können im Zweifel eine sichere Informationsquelle für Preise sein. Mehr in Taxi in Istanbul: Farben, Taxameter, Maut und Apps und Brauche ich einen Fahrer für die Behandlung?.
Anschläge, Demonstrationen und Lage in der Region
Das Auswärtige Amt geht in allen Teilen der Türkei von einer terroristischen Gefährdung aus, insbesondere in den großen Metropolen; die Sicherheitsvorkehrungen sind landesweit hoch. Für Istanbul nennt es Anschläge in früheren Jahren. Bei Protesten sind laut Amt vereinzelt gewaltsame Auseinandersetzungen und Verkehrsbehinderungen nicht auszuschließen; bei Demonstrationen wurden in Istanbul wichtige Metrostationen im Stadtzentrum gesperrt. Das Amt rät, Demonstrationen und größere Menschenansammlungen weiträumig zu meiden, den Anweisungen der Sicherheitskräfte zu folgen und das Handy voll aufzuladen.
Zur Lage in der weiteren Region schreibt das Amt, Auswirkungen auf die Türkei und Einschränkungen im Flugverkehr seien nicht auszuschließen. Prüfen Sie vor dem Flug die Hinweise Ihrer Fluggesellschaft.
Erdbeben
Ein großer Teil der Türkei, auch Istanbul, liegt laut Auswärtigem Amt in einer seismisch sehr aktiven Zone, sodass es zu vielen kleineren, aber auch schwereren Erdbeben kommt. Das Beben im April 2025 im Marmarameer hatte zahlreiche Verletzte zur Folge. Das Amt verweist auf die Hinweise der türkischen Katastrophenschutzbehörde AFAD (Afet ve Acil Durum Yönetimi Başkanlığı) und auf die Verhaltenshinweise des Deutschen GeoForschungsZentrums.
Ausweis, Fotos und Äußerungen
Führen Sie laut Auswärtigem Amt stets ein Ausweisdokument mit sich. Das Fotografieren militärischer Anlagen und von Angehörigen der Sicherheitskräfte ist verboten. Verboten ist laut Amt auch die Beleidigung oder Verunglimpfung staatlicher Institutionen und hochrangiger Persönlichkeiten, das kann auch für Beiträge in sozialen Medien gelten, etwa durch Teilen oder Kommentieren. Doppelstaater gelten in der Türkei laut Amt ausschließlich als türkische Staatsangehörige, die konsularische Betreuung ist dann in aller Regel nur eingeschränkt oder gar nicht möglich. Lesen Sie vor der Reise die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts. Mehr in Zwei Pässe: welcher bei Ein- und Ausreise?.
Wenn etwas passiert
Im Notfall erreichen Sie Rettungsdienst und Polizei unter 112. Für Notfälle Deutscher außerhalb der Dienstzeiten haben Botschaft und Konsulate einen gemeinsamen Bereitschaftsdienst, in Istanbul gibt es ein deutsches Generalkonsulat. Das Amt empfiehlt außerdem, sich in seine Krisenvorsorgeliste Elefand einzutragen. Nach der Rückkehr wurden Urlauber laut Amt Opfer von Betrug, etwa durch Anrufe, die unter einem erfundenen Vorwand zu einer Überweisung in die Türkei drängen, oder durch E-Mails über angebliche Transitgebühren des türkischen Zolls für Pakete. Derartige Gebühren werden in der Türkei nicht erhoben.
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Quellen
- Auswärtiges Amt: Türkei, Reise- und Sicherheitshinweise, Abschnitte Aktuelles, Sicherheit (Terrorismus, Innenpolitische Lage, Kriminalität), Natur und Klima, Reiseinfos (Infrastruktur/Verkehr, Rechtliche Besonderheiten) und Krisenvorsorgeliste, Stand 31.10.2026 (unverändert gültig seit 20.10.2026), abgerufen 31.10.2026. auswaertiges-amt.de
- Deutsche Vertretungen in der Türkei: Hilfe für deutsche Staatsangehörige, Abschnitte Notrufnummern, Bereitschaftsdienst und Festnahme, tuerkei.diplo.de, abgerufen 31.10.2026.
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