Zum Inhalt springen

EstablishMed

Haartransplantation

Wer operiert bei der Haartransplantation?

Was Ärztin oder Arzt und was Assistenzpersonal bei einer Haartransplantation in der Türkei übernehmen darf, nach türkischer Verordnung.

Stand: 4 Min. Lesezeit

In der Türkei öffnen nur bestimmte Ärztinnen und Ärzte die Kanäle, in die die Haarwurzeln gesetzt werden. Entnahme und Einsetzen der Haarwurzeln dürfen auch Pflegekräfte und andere Gesundheitsberufe mit Assistenzzertifikat übernehmen, unter ärztlicher Aufsicht. So regelt es die türkische Verordnung über Haartransplantationseinheiten in der Fassung vom 12.09.2025.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Kanäle öffnen nach der Verordnung nur Ärztinnen und Ärzte mit bestimmtem Zertifikat oder bestimmter Fachrichtung.
  • Entnahme und Einsetzen dürfen auch zertifizierte Gesundheitsberufe übernehmen, unter Aufsicht und Verantwortung der Ärztin oder des Arztes.
  • Nach der türkischen Verordnung über Patientenrechte können Sie erfragen, wer Sie behandelt, mit Aufgabe und Titel.
  • Die AOK nennt es möglich, dass Haartransplantationen in einigen Ländern nicht oder nur teilweise von Ärztinnen und Ärzten durchgeführt werden.

Wer welchen Schritt übernehmen darf

Die Verordnung teilt den Eingriff in vier Schritte:

SchrittWer darf das?
Betäubungkeine Berufsgruppe genannt; bei Sedierung oder Vollnarkose muss eine Fachärztin oder ein Facharzt für Anästhesie dabei sein
Entnahme der HaarwurzelnÄrztinnen und Ärzte oder Gesundheitsberufe mit Assistenzzertifikat
Öffnen der Kanälenur Ärztinnen und Ärzte
Einsetzen der HaarwurzelnÄrztinnen und Ärzte oder Gesundheitsberufe mit Assistenzzertifikat

Gemeint sind Ärztinnen und Ärzte mit Zertifikat für Haartransplantation, Fachärzte für plastische, rekonstruktive und ästhetische Chirurgie, Fachärzte für Haut- und Geschlechtskrankheiten und Ärzte mit Zertifikat für medizinische Ästhetik. Die Fachärzte und die Ärzte mit Zertifikat für medizinische Ästhetik brauchen kein zusätzliches Zertifikat für Haartransplantation. Als Gesundheitsberufe nennt die Verordnung Pflegekräfte, Fachkräfte der öffentlichen Gesundheit sowie Techniker für Notfallmedizin und Anästhesie. Ohne Zertifikat oder genannte Fachrichtung darf niemand eine Haartransplantation durchführen; für Gesundheitsberufe gilt die Übergangsfrist.

Eine Ärztin oder ein Arzt darf für bis zu fünf Behandlungsräume verantwortlich sein. In jedem Raum arbeiten mindestens zwei Assistenzkräfte mit Zertifikat, und es wird jeweils nur eine Person behandelt. Die Einheit braucht eine Betriebserlaubnis und darf nur in einem Krankenhaus, einem Medizinzentrum oder einer Poliklinik bestehen.

Übergangsfrist bis Ende 2026

Gesundheitsberufe dürfen nach der Verordnung bis zum 31.12.2026 auch ohne Assistenzzertifikat unter Aufsicht der Ärztin oder des Arztes arbeiten. Danach brauchen sie das Zertifikat.

Was deutsche Fachquellen sagen

Die Krankenkasse hkk beschreibt, dass Haarchirurg und Assistenzpersonal im Team arbeiten. Sie warnt vor einer fließbandartigen Durchführung und vor einer Behandlung durch ungelerntes Hilfspersonal. Die AOK rät, sich genau über die Qualifikationen und Qualitätsstandards der Klinik zu informieren.

Ihre Rechte nach der Verordnung über Patientenrechte

  • Auf Ihren Wunsch nennt die Einrichtung, wer Sie behandelt, mit Aufgabe und Titel.
  • Vor dem Eingriff erfahren Sie, wer ihn wo und wie durchführt. Mündlich aufklären soll die Person, die den Eingriff durchführt. Nur wenn die Umstände es zwingend erfordern, darf eine andere Fachkraft aufklären, und das muss Ihnen erklärt werden.
  • Sie können Ihre Unterlagen einsehen und eine Kopie erhalten.

Nach der Verordnung über Haartransplantationseinheiten steht in einem Formular zu Ihrem Eingriff auch, welches Team ihn durchgeführt hat. Ob Sie es erhalten, regelt sie nicht.

Fragen an die Einrichtung

  1. Wer öffnet die Kanäle, und welches Zertifikat oder welche Fachrichtung hat diese Person?
  2. Wer entnimmt die Haarwurzeln, und wer setzt sie ein?
  3. Für wie viele Räume ist die Ärztin oder der Arzt am Tag Ihres Eingriffs verantwortlich?
  4. Wer klärt Sie auf, und an welchem Tag?
  5. Bekommen Sie eine Kopie der Einwilligung und des Formulars zu Ihrem Eingriff?

Weitere Fragen stehen in Angebot einer Klinik in der Türkei lesen.

Weiterlesen

Quellen

  • Saç Ekimi Birimleri Hakkında Yönetmelik (türkische Verordnung über Haartransplantationseinheiten), Resmî Gazete vom 06.05.2023, Nr. 32182, Art. 4, 5, 9, 10, 11 und Geçici Madde 1, geändert durch Resmî Gazete vom 03.11.2023, Nr. 32358, und vom 12.09.2025, Nr. 33015, resmigazete.gov.tr, abgerufen 31.10.2026.
  • Hasta Hakları Yönetmeliği (türkische Verordnung über Patientenrechte), Resmî Gazete vom 01.08.1998, Nr. 23420, konsolidierte Fassung, Art. 9, 15, 16, 18, mevzuat.gov.tr, abgerufen 31.10.2026.
  • hkk: Haarausfall, mehr als ein kosmetisches Problem, hkk Magazin, aktualisiert 07.04.2026, hkk.de, abgerufen 31.10.2026.
  • AOK: Haartransplantation: Methoden, Risiken und Nebenwirkungen, AOK-Gesundheitsmagazin, 03.07.2026, aok.de, abgerufen 31.10.2026.

EstablishMed berät nicht. Wir empfehlen keine Behandlung und keine Einrichtung und vermitteln keine Patienten. Über „Anfrage senden“ schreiben Sie der Einrichtung selbst, wir sind am Gespräch nicht beteiligt. Fragen zu Ihrer Behandlung klären Sie mit der Einrichtung und mit Ihrer behandelnden Praxis in Deutschland.